Jérôme, du bist im Weltcupfinale in Bordeaux dabei. Wie hast du dich auf diesen Saisonhöhepunkt vorbereitet?
Ich werde einige Änderungen vornehmen, sowohl bei den Pferden als auch am Wettkampf vor Ort. Wir werden sehen, ob sich das auszahlt oder nicht.
Wir haben jedes Wochenende in Avenches mit acht Pferden trainiert. Das ist eine enorme Arbeit: die Pferde am Freitagabend verladen, das gesamte Material transportieren, jedes Wochenende verfügbare Grooms finden. Ich habe grosses Glück: Alle meine Grooms haben sich abgewechselt, um dies zu ermöglichen.
Ich darf ich mich glücklich schätzen, dass meine Partnerin und meine Tochter mich bei diesem Abenteuer unterstützen. Und ich danke meinem Trainer, der mir immer wieder dieselben Dinge erklärt, bis wir Lösungen für die Probleme gefunden haben.
Der Indoor-Parcours in Bordeaux verzeiht keine Fehler. Was ist deiner Meinung nach der Schlüssel zu einem fehlerfreien Parcours mit deinem Freiberger-Gespann?
Das ist eine schwierige Frage. Man muss die idealen Linien finden, das Bremsen perfekt dosieren, mit dem Messer zwischen den Zähnen fahren ... aber mit Köpfchen. Man muss sich voll und ganz engagieren und gleichzeitig die Kontrolle behalten.
Mit welchen Pferden und welcher Strategie wirst du das Finale angehen: eher kontrolliert oder bereit, kalkulierte Risiken einzugehen?
Man muss kalkulieren, ja, aber letztendlich nur wenig, denn das Niveau war noch nie so hoch. Vier Fahrer sind heute praktisch unschlagbar.
Ich werde meine Spitzenpferde einspannen: Non Stop und Leon an der Deichsel, Flower und Valerio als Vorderpferde. Als Reservepferd wird Fée des Moulins dabei sein.
Wir alle arbeiten neben unserer Leidenschaft zu 100 %. Der Weg ins Weltcup-Finale ist lang und anspruchsvoll: Zunächst muss man zu den zehn besten Fahrern der Welt in der Outdoor-Saison gehören, das beinhaltet Dressur, Marathon und Hindernisfahren, und sich dann unter den sechs Besten der zehn Teilnehmer an den Indoor-Prüfungen qualifizieren. Erst nach diesem sehr kurvenreichen Weg kann man einen Platz im Weltcup-Finale beanspruchen.
Dann muss man auch die eigenen Mittel und die verfügbare Zeit im Vergleich zu den anderen in Betracht ziehen. Was auch immer passiert, ich bin schon stolz darauf, mit unserer Infrastruktur und unserem Status als Amateure zu den sechs besten Fahrern der Welt zu gehören.