West-Nil-Fieber: Wie schütze ich mein Pferd bei einer Reise in ein Risikogebiet?

Das West-Nil-Fieber breitet sich in Europa zunehmend aus und rückt damit auch für Pferde in der Schweiz in den Fokus. Obwohl hierzulande bislang keine Fälle bekannt sind, sind Information und Prävention entscheidend. Ein Überblick über Risiken, Symptome und Schutzmassnahmen.

Das West-Nil-Fieber (WNF) ist eine virale Erkrankung bei Pferden, die durch den Stich infizierter Stechmücken übertragen wird. Auch Menschen können sich infizieren, allerdings ausschliesslich über Mückenstiche – eine Übertragung vom Pferd auf den Menschen findet nicht statt.

Seit mehreren Jahren breitet sich das Virus in Südeuropa zunehmend aus. Im Jahr 2024 wurden in Europa über 293 Pferde mit einer bestätigten West-Nil-Virus-Infektion registriert. Dieses Jahr würden in Italien 87 Pferde, in Frankreich 57 Pferde und in Spanien 12 Pferden mit einer WNF-Virus Infektion gemeldet. Der Klimawandel spielt bei dieser Entwicklung eine entscheidende Rolle: Starke Vermehrung der Stechmücken (Virusüberträger) und eine verlängerte Mückensaison von Sommer bis Herbst. In der Schweiz wurden bislang keine Fälle bei Pferden gemeldet. Das West-Nil-Fieber gilt jedoch als zu überwachende Tierseuche und muss bei Verdacht oder Bestätigung dem Kantonstierarzt gemeldet werden.

Welche Symptome zeigt das Pferd beim West-Nil-Fieber?

Die Erkrankung beginnt bei den Pferden meistens mit Fieber (Körpertemperatur >38,2 °C) sowie einer Verschlechterung des Allgemeinbefindens. In manchen Fällen kann das Virus jedoch auch zu neurologischen Störungen führen wie Teilnahmslosigkeit (Depression) oder im Gegenteil Übererregbarkeit, Muskelzittern, Ataxie (Störungen der Bewegungskoordination) und bis hin zu Lähmungen.

Impfen schützt die Pferde

Die Impfung ist derzeit die wirksamste und zuverlässigste Schutzmassnahme gegen das West-Nil-Fieber beim Pferd. Ein eindrückliches Beispiel liefert die Situation in den USA: Dort sank die Zahl der an West-Nil-Fieber erkrankten Pferde dank einer flächendeckenden Impfstrategie von 15’257 Fällen im Jahr 2002 auf nur noch 125 Fälle im Jahr 2010.

Weitere Präventionsmassnahmen sind die Pferde während der Hauptaktivitätszeiten der Mücken zu schützen und diese bei den Morgen- und Abenddämmerungen einzustallen. Der Einsatz von Mückenfallen und Mückennetzen trägt ebenfalls dazu bei, das Risiko einer Übertragung zu mindern.