Clément, was hat dich motiviert, nach deiner sportlichen Karriere die Verantwortung für den Nachwuchs im Voltigieren zu übernehmen?
Das hat sich ganz natürlich ergeben. Ich bin seit 2019 als Kadertrainer tätig und habe im Laufe der Jahre gesehen, wie diese Voltigierer gewachsen sind, sich weiterentwickelt haben und sich voll und ganz engagieren. Ich habe grossen Respekt vor ihnen entwickelt.
Was mich besonders beeindruckt, ist ihre Ausgeglichenheit: Sie trainieren mit sehr hohen Ansprüchen und setzen gleichzeitig ihr Studium oder ihre Berufsausbildung fort. Swiss Equestrian bietet hervorragende Strukturen, um Sport und Ausbildung unter einen Hut zu bringen, und das spiegelt sich in ihrer Stabilität und Reife wider. Ich bin sehr stolz darauf, sie auf dem Weg zu ihren sportlichen Zielen begleiten zu dürfen.
Wie siehst du den Übergang vom Juniorenkader zum Elitekader?
Lange Zeit war der Übergang von den Junioren zur Elite sehr abrupt, was zu vielen Abgängen führte. Die Schaffung der Kategorie «Young Vaulter» hat dies geändert. Es ist ein idealer Übergang: Mit 18 Jahren treten die Athleten auch in eine entscheidende Phase ihres persönlichen und beruflichen Lebens ein. Die Konzentration auf ein vereinfachtes technisches Programm ermöglicht es ihnen, sportlich Fortschritte zu machen und sich gleichzeitig in das Berufsleben zu integrieren. Diese Kategorie reduziert deutlich die Verluste und bietet ein sehr attraktives Niveau.
Welche Eigenschaften sind deiner Meinung nach für junge Voltigiererinnen und Voltigierer unerlässlich?
Wille und Motivation. Das ist die Grundlage für alles. Ein motivierter Voltigierer kann Fortschritte machen, unabhängig von seinem Ausgangsprofil. Auf dieser Grundlage wird ein Programm entwickelt, das auf seine Stärken zugeschnitten ist, seien sie technischer, künstlerischer oder körperlicher Natur. Motivation ermöglicht es, Grenzen in Arbeitsbereiche zu verwandeln. Der Rest folgt fast von selbst.
Was sind deine ersten Ziele in deiner neuen Rolle?
Vor allem möchte ich die Kontinuität der bereits begonnenen Arbeit sicherstellen. Das Training ist gut strukturiert und von hoher Qualität. Im Idealfall würde ich auch gerne die verfügbaren Mittel verstärken, insbesondere in Bezug auf Umfang und Vielfalt des Trainings. Das Engagement der Voltigierer verdient eine noch intensivere Betreuung. Ihre Motivation und ihre Ergebnisse rechtfertigen diese Investition voll und ganz.
Wie möchtest du deine internationale Erfahrung in den Dienst des Nachwuchses stellen?
Ich möchte die Athleten dazu ermutigen, sich die Programme zu eigen zu machen. Meine Aufgabe ist es nicht, eine Choreografie vorzugeben, sondern einen Rahmen und Leitlinien zu schaffen, innerhalb derer der Voltigierer kreativ sein und sich ausdrücken kann. Ein Programm, das dem Athleten gehört, ist authentischer und solider.
Gleichzeitig ist die Prävention von Verletzungen ein wichtiger Schwerpunkt: Sie ist für eine nachhaltige Karriere unerlässlich. Zwischen künstlerischer Verantwortung, technischen Anforderungen und Prävention ist es dieser ganzheitliche Ansatz, den ich vermitteln möchte.