Daniel Wüthrich: Ein Team für grosse Ziele aufbauen
Der Equipenchef Daniel Wüthrich spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung der Disziplin und beim Aufbau der Mannschaft. Für ihn ist die Teilnahme in Kronenberg vor allem ein positives Zeichen: «Es ist schön, dass wir mit einem Team von fünf Vierspännern nach Kronenberg reisen können, mit dem Fernziel, ein Team an die Weltmeisterschaften in Aachen zu schicken.»
Neben der Anzahl steht vor allem die Qualität des Teams im Fokus. In einer Disziplin, in der Abstimmung und Konstanz entscheidend sind, spielt der Teamgeist eine zentrale Rolle: «Ich erwarte, dass wir als Team mit einem guten Teamgeist antreten können. Von den neuen Vierspännern erwarte ich eine Qualifikation für die Weltmeisterschaften und als Mannschaft ein gutes Resultat.»
Unter seiner Leitung verfolgt der Schweizer Fahrsport eine klare Strategie: neue Fahrer an das internationale Spitzenniveau heranführen und gleichzeitig konkrete Resultate erzielen.
Yannik Scherrer: Ein erster Gradmesser auf internationalem Niveau
Unter den gestarteten Fahrern steht Yannik Scherrer exemplarisch für die neue Generation im Aufwind. Der ehemalige Vierspänner-Ponyfahrer tritt nun mit einem Vierspänner Pferde an und sammelt erste wichtige Erfahrungen auf internationaler Ebene.
Für ihn bedeutet Kronenberg in erster Linie eine erste Standortbestimmung nach intensiver Vorbereitung: «Wir sind sehr froh, dass alle Pferde, die wir im Winter trainiert haben, fit sind und wir unser erstes Turnier bestreiten können.»
Ohne direkten Vergleich zur internationalen Konkurrenz geht er den Wettbewerb mit einer realistischen Haltung an: «Wir wollen vor allem unsere beste Leistung abrufen und sehen, wo wir aktuell stehen. Wir haben noch keinen wirklichen Anhaltspunkt, deshalb sind die Resultate nicht die Priorität.»
Der Wechsel zum Vierspänner mit Pferden stellt dabei eine grosse Herausforderung dar – sowohl technisch als auch physisch. Dimensionen, Kraft und Linienführung verändern sich deutlich. Yannik Scherrer beschreibt dies treffend: «Die Pferde sind grösser und breiter, was vor allem in den Hindernissen und beim Platzbedarf einen grossen Unterschied macht.»
Gleichzeitig kann er auf eine solide Grundlage aufbauen: «Die Pferde haben bereits regelmässig an grossen Turnieren mit Bruno Meier teilgenommen, was uns erlaubt hat, schnell Fortschritte zu machen. Ich vertraue darauf, dass ich präzise und effizient fahren kann.»
Dieses Vertrauen zeigt die strukturierte Vorbereitung und die geleistete Arbeit im Vorfeld. Auch wenn Kronenberg in erster Linie zur Standortbestimmung dient, ist die sportliche Zielsetzung klar: «Es ist nicht einfach eine Erfahrung, sondern ein sportliches Ziel, das wir uns gesetzt haben. Eine Qualifikation für Aachen wäre etwas ganz Besonderes.»
Die Aussicht, an Weltmeisterschaften mit einem konkurrenzfähigen Schweizer Team teilzunehmen, ist ein wichtiger Antrieb – sowohl für die Fahrer als auch für das gesamte Umfeld.
In einer so anspruchsvollen Disziplin wie dem Fahrsport ist das Wohl der Pferde untrennbar mit der Leistung verbunden. Zwischen Dressur, Marathon und Kegelfahren sind die Belastungen hoch und erfordern eine sorgfältige Betreuung sowie ein konsequentes Management der Regeneration.
Die zentrale Rolle der veterinärmedizinischen Betreuung
Sarah Ujvari, Tierärztin des Schweizer Teams, sorgt während des gesamten Wettkampfs für die Gesundheit der Pferde und dafür, dass sie die verschiedenen Prüfungen unter optimalen Bedingungen absolvieren können.
Für sie stellt ein Wettbewerb wie der CAIO in Kronenberg einen wichtigen Zeitpunkt in der Saison dar:«Es ist eines der ersten Turniere der Sommersaison und ermöglicht es, den Fitnesszustand der Pferde über die gesamte Konkurrenz hinweg zu beurteilen.»
Ihre Aufmerksamkeit gilt dabei gezielt entscheidenden Momenten:«Ich kontrolliere die Pferde vor dem Vet-Check, während und nach dem Marathon sowie am nächsten Morgen. Selbstverständlich bin ich während des gesamten Wettkampfs verfügbar, um die Pferde zu betreuen und Fragen zu beantworten.»
Auch die Regeneration spielt eine zentrale Rolle, um die Leistungsfähigkeit über mehrere Tage hinweg zu erhalten. Dabei sind verschiedene Faktoren entscheidend:«Die Fütterung ist ein wesentlicher Punkt. Ebenso wichtig ist eine gute Hydration während des gesamten Wettkampfs sowie die Gabe von Elektrolyten bei intensiven Belastungen.»
Hinzu kommen einfache, aber wirkungsvolle Massnahmen:«Die Pferde nach grossen Anstrengungen zu führen und zu duschen, sind ebenfalls wichtige Elemente für eine gute Erholung.»
Entscheidend bleibt jedoch die Vorbereitung im Vorfeld:«Eine angepasste körperliche Vorbereitung vor dem Turnier hilft, die Ermüdung zu reduzieren, die Regeneration zu verbessern und das Verletzungsrisiko zu minimieren.»
Eine oft unsichtbare, aber zentrale Arbeit, die es Pferden und Fahrern ermöglicht, ihr volles Potenzial im Wettkampf auszuschöpfen.