Am Samstag, 28. Februar, trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der Disziplinen Dressur und Eventing zu einer gemeinsamen Weiterbildung im Nationalen Pferdezentrum in Bern. Unter der fachkundigen Leitung von Martin Plewa stand ein intensiver und praxisnaher Kurstag auf dem Programm, der Theorie, Praxis und Diskussion miteinander verband.
Neue Dressurprogramme unter der Lupe
Nach dem Eintreffen der Teilnehmenden stellte Martin Plewa zunächst seine grundlegende Philosophie vor. Im Mittelpunkt stehen für ihn das genaue Beobachten sowie die Orientierung an der klassischen Ausbildungsskala – ein Leitprinzip, das sich durch den gesamten Kurstag zog.
Ab 9 Uhr wurden die neuen Eventing-Dressurprogramme geritten, gefilmt und von den Teilnehmenden jeweils zu zweit gerichtet. Anschliessend kommentierte Martin Plewa jeden Ritt und gab den Reiterinnen und Reitern konstruktive Hinweise. In der anschliessenden Theorieeinheit im Seminarraum wurden die Aufnahmen gemeinsam analysiert. Dabei diskutierten die Teilnehmenden insbesondere die vergebenen Noten und deren Begründung.
Die neuen Programme wurden in den unteren Stufen bewusst etwas einfacher gestaltet. Gleichzeitig rückt die Bewertung den Sitz der Reiterinnen und Reiter, die Einwirkung sowie die Harmonie zwischen Pferd und Mensch verstärkt in den Fokus. Neu ist im Programm der Kategorie B3 – angelehnt an internationale FEI-Prüfungen – die Lektion Schenkelweichen integriert.
Gemeinsame Grundlagen für Dressur und Eventing
Ein zentrales Thema der Weiterbildung war die Nähe zwischen den beiden Disziplinen. Obwohl Dressur und Eventing unterschiedliche Anforderungen stellen, basiert die Richtertätigkeit in beiden Bereichen auf denselben Grundlagen: der Ausbildungsskala mit Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung.
Diese gemeinsame Basis zeigte sich sowohl bei der Dressurbeurteilung als auch später beim Stilrichten im Gelände.
Stilrichten im Gelände: Rhythmus und Harmonie im Fokus
Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es am Nachmittag weiter mit der Besichtigung der vom Schweizer Course Designer Stefan Rufus aufgebauten Geländestrecke auf dem Sandplatz. Martin Plewa beurteilte den Geländekurs als «tip top» und damit als ideale Grundlage für die praktische Arbeit.
Auch hier wurden die Ritte von den Teilnehmenden beobachtet und beurteilt. Beim Stilrichten standen besonders der kurze Bügel, ein stabiler Rhythmus sowie eine ruhige, tiefe Hand im Vordergrund – Faktoren, die dem Pferd einen sicheren und harmonischen Sprung ermöglichen.
Nach jedem Ritt folgten wiederum konstruktive Besprechungen zwischen Martin Plewa und den Kursteilnehmenden.
Konstruktives Feedback als zentrale Botschaft
Die wichtigste «Take-Home-Message» des Tages war klar: Richterinnen und Richter sollen den Reiter:innen konstruktives, positives und an der Ausbildungsskala orientiertes Feedback geben. Ziel ist es, die sportliche Entwicklung zu unterstützen und die Qualität der Ausbildung nachhaltig zu fördern. Nach einem intensiven, interessanten und lehrreichen Kurstag kehrten die Teilnehmenden mit vielen neuen Erkenntnissen und Anregungen nach Hause zurück.