Road to Basel 2025 | Schweizer Athletinnen und Athleten im Rampenlicht am Weltcup-Final

Es ist ein absoluter Höhepunkt in einer Sportkarriere, an einem FEI-Weltcup-Final teilnehmen zu können. Findet dieser noch dazu im eigenen Land statt, ist dies ein einmaliges Erlebnis. Was bedeutet es für die Schweizer Athletinnen und Athleten, vom 2. bis 6. April 2025 in der Basler St. Jakobshalle vor heimischem Publikum zum Final anzutreten? Wir haben nachgefragt beim Springreiter Edouard Schmitz, bei der Voltigiererin Nadja Büttiker und bei der Dressurreiterin Jessica Neuhauser.

Erstmals überhaupt wird in der Schweiz der Weltcup-Final in drei Disziplinen gleichzeitig und am gleichen Ort ausgetragen. Was ist das für ein Gefühl, an einem solchen einzigartigen Event am Start zu sein?

Edouard Schmitz: 
Am Weltcup-Final in der Schweiz am Start zu sein, in schlicht unglaublich! Ich habe immer davon geträumt, dies als Reiter für die Schweiz einmal erleben zu dürfen. Als kleiner Junge habe ich Pius Schwizer, Martin Fuchs und Steve Guerdat im Fernsehen bewundert, und ihr Werdegang hat mich auf meinem Weg inspiriert. Und heute bin ich endlich da – auf derselben Bühne wie diese Legenden unseres Sports. 
Es ist ein einzigartiger und ganz besonderer Moment. Um das Ziel dieser Qualifikation zu erreichen, habe ich an möglichst vielen Etappen teilgenommen. Ich freue mich wirklich sehr, an diesem prestigeträchtigen Final am Start zu sein, an der Seite der besten Reiterinnen und Reiter der Welt. 
Natürlich ist es eine Herausforderung. Es ist aber auch eine Chance, zu überraschen, und vielleicht sogar einen Platz unter den besten 10 zu erreichen. Der Druck ist da, das ist klar. Insbesondere vor heimischem Publikum. Aber genau das spornt mich an, mein Bestes zu geben.

Nadja Büttiker: 
Es ist natürlich etwas ganz Besonderes, dass dieser Weltcup-Final in der Schweiz stattfindet – und dann auch noch in drei Disziplinen gleichzeitig! Nach so vielen Jahren im Sport und meiner offiziellen Entscheidung, im September 2024 meine aktive Karriere zu beenden, hätte ich nicht gedacht, dass ich nochmals an so einem Event teilnehme. Aber genau das macht dieses Turnier so besonders für mich: ich mache es aus Freude am Sport, aus Liebe zu den Pferden und weil ein Weltcup-Final im eigenen Land eine einmalige Gelegenheit ist.

Jessica Neuhauser: 
Es ist für mich eine sehr grosse Freude und es erfüllt mich mit Stolz, am Weltcup-Final in Basel an den Start zu gehen. Es ist eine riesige Chance für mich, und ich bin sehr dankbar, dass ich das erleben darf. Ich kann es kaum erwarten, in Basel zu sein und jeden Moment dieses einzigartigen Turniers zu geniessen.

Am Weltcup-Final messen sich die besten Athletinnen und Athleten. Wie bereitest Du Dich und Dein Pferd körperlich und mental vor, um auf den Punkt in Bestform zu sein?

Edouard Schmitz: 
Für meine körperliche und mentale Vorbereitung ist es insbesondere wichtig, dass ich meine Routine nicht allzu sehr verändere. Ich behalte meine Gewohnheiten bei, denn sie sind entscheidend, damit ich mein Leistungsniveau stabil halten kann. 
Mein Pferd, Gamin van ’t Naastveldhof, ist ein absoluter Profi. Er kennt seinen Job in- und auswendig. Meine Aufgabe ist es, ihn bei Laune zu halten, damit er sein Bestes gibt. Das bedeutet vor allem, dass er viel Zeit im Freien verbringt oder wir kleine Details optimieren, die am Ende entscheidend sind. 
Was die Strategie betrifft, haben wir unsere Einstellung nicht geändert. Ich halte mich an dieselben Leitplanken wie in der Qualifikation. Natürlich betreibe ich Ausgleichssport, um körperlich fit zu bleiben. Ich mache eigentlich nichts anders als sonst im Hinblick auf den Final. Was funktioniert, behalten wir – Pferd und Reiter – bei und setzen auf Konstanz in der Arbeit und auf die Optimierung von entscheidenden Details. Die Stabilität in der Vorbereitung gibt uns die nötige Ruhe, um diese Herausforderung anzugehen.

Nadja Büttiker: 
Ich bereite mich etwas anders vor als in früheren Jahren, da ich nicht mehr im klassischen Wettkampfmodus bin. Natürlich achte ich auf meine körperliche Fitness und trainiere gezielt, aber ich muss bewusster mit meinen Ressourcen umgehen. Mental hilft mir die Einstellung, dass es diesmal nicht um Druck oder Erwartungen geht, sondern darum, den Moment zu geniessen und das Beste aus diesem besonderen Erlebnis zu machen – für mich, für mein Pferd und für die Longenführerin.

Jessica Neuhauser: 
Ich vertraue auf unser alltägliches Training, auf mein Pferd Rockson und auf unsere gewohnten Vorbereitungen. Mental möchte ich mit positiver Anspannung auf einen spannenden Wettkampf blicken.

Was ist für Dich die grösste Herausforderung an diesem Final?

Edouard Schmitz: 
Die grösste Herausforderung an diesem Final ist für mich, einen Platz unter den besten 10 zu erreichen. Natürlich will ich gewinnen – dieser Traum ist immer da. Hätte ich nicht dieses Feuer in mir, sollte ich besser die Sportart wechseln. Dieses Ziel spornt mich an, über mich selbst hinauszuwachsen und mein Bestes zu geben – für mein Pferd und für mich selbst. Diese Kämpfermentalität ist in solch intensiven Momenten absolut entscheidend.

Nadja Büttiker:  
Die grösste Herausforderung ist definitiv die Tatsache, dass ich nicht mehr so intensiv trainiert habe wie die anderen, die sich gezielt auf die Saison vorbereiten und im vollen Wettkampfrhythmus sind. Ein Weltcup-Final ist anspruchsvoll, die Konkurrenz ist auf höchstem Niveau, und natürlich will man trotzdem eine starke Performance abliefern. Aber genau diese Herausforderung nehme ich gerne an – gerade weil ich weiss, dass ich hier ohne den typischen Druck antreten kann.

Jessica Neuhauser 
Ich denke, die grösste Herausforderung wird die besondere Atmosphäre in der St. Jakobshalle sein. Ich werde versuchen, Rockson die nötige Ruhe und Sicherheit zu geben, damit wir unsere beste Leistung zeigen können.

Auf welchen Moment dieses Finals freust Du Dich ganz besonders und weshalb?

Edouard Schmitz: 
Ich freue mich ganz besonders, diesen Final in der Schweiz erleben zu können. An einen solchen Event vor heimischem Publikum teilnehmen zu können, ist einmalig und ein absolutes Privileg. Das ist ein Moment, an dem man sich getragen fühlt und man das Adrenalin und die Energie des Publikums wirklich spürt. Das macht den Wettkampf so besonders. Ich freue mich unheimlich, dass ich das erleben darf.

Nadja Büttiker: 
Ich freue mich ganz besonders auf den Moment, wenn ich mit meinem Pferd in die Arena ein- und auslaufe. Ein Weltcup-Start ist immer ein besonderer Moment, aber diesmal wird es noch emotionaler – weil ich weiss, dass es mein letzter sein wird. Dieses Gefühl, die Atmosphäre aufsaugen zu können, den Moment wirklich bewusst zu erleben und zu geniessen, darauf freue ich mich am meisten.

Jessica Neuhauser: 
Ich freue mich ganz besonders auf den letzten Schlussgruss nach einer hoffentlich gelungenen Kür. Da fällt dann die ganze Anspannung ab und macht der Freude und den Emotionen Platz. Diesen Moment mit dem heimischen Publikum teilen zu können, ist das grösste Geschenk.