– Gastbeitrag –
Ort des Geschehens: Sand, Schönbühl. Die Rekrutinnen und Rekruten zeigen mit den Warmblütern eine Dressur- und Springquadrille. Dabei wird sichtbar, dass auch im militärischen Umfeld eine gute Ausbildung der Pferde wie auch der Reiter:innen und das Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier eine wichtige Grundlage bilden.
Anschliessend gab eine Demonstration der Feldschmiede Einblick in einen weiteren Bereich rund um das Pferd. Gleichzeitig bestand die Möglichkeit, direkt mit Angehörigen der Armee ins Gespräch zu kommen und mehr über ihren Alltag, ihre Ausbildung und ihre Erlebnisse zu erfahren. Ein weiterer Höhepunkt folgte mit der Vorführung der Tragtiere und Patrouillenreiter.
Patrouillenreiter:in – Pferd trifft moderne Technologie
Eine der Möglichkeiten, den Militärdienst mit dem Reiten und den Pferden zu verbinden, ist die Funktion als Patrouillenreiter:in. Dabei stehen Pferd und Reiter:in gemeinsam im Einsatz und übernehmen unter anderem Aufgaben in der Gelände- und Raumüberwachung.
Gerade in unwegsamem oder unübersichtlichem Gelände haben Pferde besondere Vorteile: Sie können sich schneller fortbewegen als eine Patrouille zu Fuss und gleichzeitig vergleichsweise leise unterwegs sein. Heute verbindet die Schweizer Armee diese traditionellen Stärken zudem mit moderner Technologie. Bei Aufklärungsmissionen kommen beispielsweise Drohnen zum Einsatz, die mit Wärmebildkameras ausgerüstet sind und dadurch auch nachts Personen oder Tiere im Gelände erkennen können. Die berittene Patrouille und die Drohne ergänzen sich so bei der Überwachung grösserer Gebiete.
Damit dieses Zusammenspiel funktioniert, müssen auch die Pferde entsprechend vorbereitet werden. Neue Geräusche und Bewegungen, etwa durch eine Drohne, sind für sie zunächst ungewohnt. Die Gewöhnung an solche Situationen gehört deshalb ebenfalls zur Ausbildung. Rund 16 Rekrutinnen und Rekruten werden in jeder Rekrutenschule zu Patrouillenreitern ausgebildet.
Die Einsatzmöglichkeiten zeigen, dass es dabei längst nicht nur um klassisches Reiten geht. Die Pferde werden insbesondere dort eingesetzt, wo ihre Beweglichkeit im Gelände Vorteile bietet, beispielsweise bei der Überwachung weitläufiger Gebiete oder kritischer Infrastrukturen. Rund 250 Pferde stehen heute noch bei der Schweizer Armee im Einsatz.
Für die Patrouillenreiter:innen bedeutet dies: Pferd und Mensch müssen als Team funktionieren, unterschiedliche Situationen bewältigen können und sich gleichzeitig in ein modernes militärisches Einsatzkonzept einfügen.
Trainsoldat:in – Arbeit mit Pferden und Tragtieren
Eine zweite Möglichkeit bietet die Funktion als Trainsoldat:in. Dabei steht die praktische Arbeit mit den Pferden und Tragtieren im Zentrum. Die Tiere können dort eingesetzt werden, wo Gelände oder Bedingungen andere Transportmöglichkeiten erschweren.
Die Arbeit verlangt entsprechend viel Verantwortungsbewusstsein. Versorgung, Pflege, Vorbereitung und Führung der Tiere gehören ebenso dazu wie die Zusammenarbeit innerhalb des Zuges. Wer gerne praktisch mit Pferden arbeitet und sich nicht nur für das Reiten interessiert, erhält hier einen besonderen Einblick in einen Bereich der Armee, in dem das Pferd weiterhin eine konkrete Aufgabe erfüllt.
Tradition mit einer modernen Aufgabe
Der Besuchstag machte deutlich, dass Pferde in der Schweizer Armee keineswegs nur eine Tradition darstellen. Ihre besonderen Fähigkeiten werden weiterhin gezielt genutzt – heute teilweise kombiniert mit modernster Technik wie Drohnen und Wärmebildkameras.
Ob als Patrouillenreiter:in im Sattel oder als Trainsoldat:in bei der Arbeit mit Pferden und Tragtieren: Für junge Pferdemenschen bestehen verschiedene Möglichkeiten, ihre Erfahrung und ihre Begeisterung für das Pferd auch während des Militärdienstes einzubringen. Gefragt sind nicht nur reiterliche und praktische Fähigkeiten, sondern auch Verantwortungsbewusstsein, Teamarbeit, Flexibilität und die Bereitschaft, sich auf die besonderen Anforderungen des militärischen Alltags einzulassen.