Edy Tanner, die Anfrage für den Vorstand sei für Sie Ehre und Verpflichtung zugleich gewesen. Warum haben Sie zugesagt?
Weil ich unglaublich viel aus meiner Zeit im Nachwuchskader mitnehmen durfte. Irgendwann ist der Moment gekommen, etwas zurückzugeben. Und ich wollte nicht zu denen gehören, die nur kritisieren. Ich will mitgestalten und den Pferdesport weiterbringen – das treibt mich an.
Welche Erinnerungen aus Ihrer aktiven Karriere tragen Sie besonders im Herzen?
Es sind viele Emotionen. Aber der Moment, als ich das erste Mal überhaupt international gestartet bin oder auch als ich in Rabat zum Nationenpreis einreiten durfte und durch die Lautsprecher «Edy Tanner – pour la Suisse» hörte. Das war Gänsehaut pur! Solche Erlebnisse sind unbezahlbar – sie entstehen nur im Zusammenspiel von Team und Pferd.
Sie sind beruflich gefordert und weiterhin im Springsport aktiv. Wie schaffen Sie das alles in 24 Stunden unterzubringen?
Durch ein starkes Team. Meine Frau trägt das ganze Pferdemanagement – ohne sie ginge es nicht. Unter der Woche konzentriere ich mich auf den Job, am Wochenende bin ich mit den Pferden unterwegs. Und selbst da finde ich Momente für die Verbandsarbeit. Wo ein Wille ist, ist ein Weg.
Sie gelten als Brückenbauer zwischen Sportpraxis und Finanzwelt. Was bringen Sie in den Vorstand ein?
Ein Verständnis für die Basis – und ein Auge für stabile Finanzen. Das Fundament stimmt, und das ist enorm wertvoll. Jetzt geht es darum, gemeinsam zu analysieren, zu optimieren und Bewährtes zu bewahren. Schritt für Schritt, mit Fokus und Disziplin.
Als OKV-Vertreter wollen Sie den Austausch zwischen Regionalverband und Swiss Equestrian stärken. Was ist Ihnen dabei wichtig?
Vor allem der Dialog. Zu hören, was die Leute bewegt, Anliegen weiterzutragen und Entscheidungen einzuordnen. Die Zusammenarbeit soll eng, vertrauensvoll und sachlich sein – und trotzdem Platz lassen für Freude am gemeinsamen Engagement.