Auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften in Aachen : Die Vorbereitung im Para-Dressur zwischen Präzision, Vertrauen und Erfahrung

Mit Blick auf die Weltmeisterschaften in Aachen intensivieren die Para-Dressur-Athlet:innen ihre Vorbereitung. Zwischen Umgang mit Druck, der Weiterentwicklung der Reiter-Pferd-Paare und dem Streben nach Konstanz zählt in dieser entscheidenden Phase jedes Detail. Equipenchef Fabian Gieling gibt Einblicke in die Vorbereitung und die besonderen Herausforderungen des Schweizer Para Dressursports.

Für Equipenchef Fabian Gieling steht zunächst die sportliche Leistung im Vordergrund: Die Paare müssen die festgelegten Selektionskriterien erfüllen, um sich für die Weltmeisterschaften zu qualifizieren. Doch neben den Resultaten erfordert diese Phase auch eine individuelle Herangehensweise. «Es ist wichtig, dass jedes Paar die Vorbereitung erhält, die zu seiner aktuellen Situation und Entwicklung passt», erklärt er.

Im Schweizer Kader befinden sich unter anderen derzeit zwei Reiterinnen, die bisher noch keine internationalen Grosschampionate bestritten haben. Für sie ist es entscheidend, Erfahrungen auf höchstem Niveau zu sammeln. Gleichzeitig gilt es, Motivation, Frische und Gesundheit der Pferde langfristig zu erhalten. «Die Herausforderung besteht darin, die richtige Balance zwischen Erfahrung sammeln und einem intelligenten Management der Pferde zu finden», betont Fabian.

Technik, Harmonie und Vertrauen

In der Vorbereitung der Paare stehen technische Aspekte selbstverständlich im Zentrum. Grundlagenarbeit, Konstanz in den Prüfungen und die Verfeinerung einzelner Lektionen bilden wichtige Schwerpunkte. Doch Para Dressur lebt auch von der Harmonie zwischen Reiter:in und Pferd. «Unser Ziel ist es, dass die Paare immer präziser und harmonischer zusammenwachsen», erklärt Fabian.

Neben der sportlichen Arbeit spielt auch der menschliche Aspekt eine zentrale Rolle. Jede Athletin wird individuell begleitet, um Vertrauen und Sicherheit für die grossen internationalen Herausforderungen aufzubauen.

Auch der Umgang mit Drucksituationen gehört zur Vorbereitung: «Mentale Stabilität entwickelt sich oft erst mit wachsender Erfahrung», erinnert Fabian.

Eine langfristige Vorbereitung

Die Vorbereitung auf ein grosses Championat beginnt lange vor dem eigentlichen Wettkampfjahr. Sie ist Teil eines langfristigen Prozesses, der meist direkt nach dem vorherigen Championat startet.

Die Entwicklung der Paare wird kontinuierlich begleitet und nicht nur anhand einzelner Resultate beurteilt. Dabei werden sportliche Leistungen ebenso berücksichtigt wie das körperliche und mentale Wohlbefinden von Pferd und Reiterin.

Diese Herangehensweise erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Trainer:innen, Tierärzt:innen, Pferdebesitzer:innen und den Athletinnen selbst. «Unser Ziel ist es, die Paare Schritt für Schritt an internationale Spitzenleistungen heranzuführen und gleichzeitig die Gesundheit und das Wohlbefinden der Pferde nachhaltig zu erhalten», erklärt Fabian.

Welche Kriterien werden für Aachen entscheidend sein?

Bei der finalen Selektion für Aachen spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Internationale Leistungen und Resultate sind selbstverständlich entscheidend, wobei klare Mindestanforderungen definiert wurden. Fabian betont jedoch auch die Bedeutung von Konstanz, der aktuellen Verfassung der Pferde sowie der Stabilität der Paare.

Ebenso wichtig sind der Umgang mit Drucksituationen und die Zuverlässigkeit, die die Paare über mehrere Monate hinweg gezeigt haben. «Für ein grosses Championat wie Aachen reicht eine einzelne Spitzenleistung nicht aus. Entscheidend ist ein Gesamtpaket aus Qualität, Gesundheit, Konstanz und Teamfähigkeit», fasst Fabian zusammen.