Der Longines CSIO St. Gallen begeistert seit Generationen Reiterinnen und Reiter in der Schweiz. Auch für Bryan Smits war dieses Turnier schon lange ein ganz besonderer Termin – lange bevor er selbst dort an den Start ging. «Seit ich klein bin, haben mich meine Eltern dorthin mitgenommen. Ich glaube, es ist eines der Turniere, an das ich die meisten Erinnerungen habe.» Als Kind hatte Bryan allerdings nicht immer nur die grosse Arena im Blick. «Ehrlich gesagt habe ich vor allem geschaut, wie schnell ich an den Ständen einen Ball ins Tor schiessen konnte.»
Heute hat sich vieles verändert. Seit er sich voll und ganz dem Reitsport widmet, ist St. Gallen für ihn zu einem ganz besonderen Ziel geworden. Bryan hat bereits dreimal am Longines CSIO St. Gallen teilgenommen, doch diese Ausgabe wird noch spezieller: Zum ersten Mal wird er in der legendären Arena auf Fünf-Sterne-Niveau starten. „Seit ich diesen Traum wirklich verfolgt habe, dachte ich immer, wie unglaublich es wäre, dort zwischen den Grossen zu reiten.»
Die erste Mission bei der Ankunft?
Wenn man an ein legendäres Turnier wie St. Gallen kommt, gehen manche sofort die Prüfungspiste anschauen, andere suchen sich erst einmal etwas zu essen. Bryan dagegen hat sein ganz eigenes Ritual. «Sobald die Pferde und das Material eingerichtet sind, mache ich immer zuerst einen Rundgang über das Turniergelände. Das hilft mir, mich an all die Momente zu erinnern, die ich dort schon erlebt habe, und bringt mich direkt in Wettkampfstimmung.» Ein Einstimmen, das Bryan von heute wieder mit dem kleinen Jungen verbindet, der vor einigen Jahren noch durch die Gänge des CSIO lief.
«Meine Pferde würden wahrscheinlich sagen, dass ich viel rede»
Oft spricht man vor allem über die Reiter – viel weniger darüber, was die Pferde eigentlich über sie denken würden. Wenn Karma und Verdi während eines Turniers sprechen könnten: Was würden sie über Bryan sagen? «Ich glaube, sie würden sagen, dass ich ziemlich viel rede, solange keine Prüfung bevorsteht.» Doch sobald eine grosse Prüfung näher rückt, verändert sich die Stimmung sofort. «Sie merken direkt an meiner Ruhe, wann es Zeit ist, sich auf eine grosse Prüfung zu konzentrieren.» Genau das macht diesen Sport auch so besonders: diese stille, fast unsichtbare Verbindung zwischen Reiter und Pferd.
Grosse Momente… die er oft erst später realisiert
In den vergangenen Monaten hat Bryan Smits auf internationaler Ebene weitere wichtige Schritte gemacht. Zwischen dem prestigeträchtigen Fünf-Sterne-Turnier in Basel und seinem starken zweiten Platz im 3*-Grand Prix von Busto kamen einige besondere Momente zusammen. Trotzdem braucht er manchmal etwas Abstand, um wirklich zu realisieren, was gerade passiert. «Im Moment selbst nehme ich das oft gar nicht richtig wahr. Erst im Nachhinein wird mir bewusst, was eigentlich passiert ist.»
Wer ist dieses Wochenende am nervösesten?
Auch mit Erfahrung bleibt ein Turnier wie St. Gallen etwas Besonderes. Doch wer wird an diesem Wochenende wohl am nervösesten sein: Bryan, seine Familie oder seine Freunde? «Wahrscheinlich trotzdem ich selbst.» Auch wenn sein Umfeld jeden Moment intensiv mit ihm erlebt. « Meine Familie und meine Groom erleben das Ganze wirklich zu 100 % mit mir.» Kurz bevor es in die Arena geht, bleibt Bryan allerdings lieber ganz für sich. «Ich bekomme gerne noch einen letzten kleinen Tipp von meinen Eltern. Aber danach möchte ich eigentlich nicht mehr zu viel reden.»
Ein Wochenende, das jetzt schon besonders ist
Schon allein beim Longines CSIO St. Gallen dabei zu sein, bedeutet Bryan emotional sehr viel. Auf jener Piste zu reiten, die er als Kind bewundert hat, ist etwas ganz Besonderes. Aber natürlich gehen die Träume noch ein Stück weiter. «Wenn ich die Möglichkeit habe, am Sonntag den Grand Prix zu reiten, wäre das bereits ein unvergessliches Wochenende.» Und mit Pferden in Topform weiss er auch, dass vieles möglich ist. Eines ist sicher: Zwischen Kindheitserinnerungen, Humor und sportlichem Ehrgeiz wird Bryan Smits den CSIO St. Gallen mit viel Emotion erleben.