Shamonda-like Virus erstmals bei Pferden nachgewiesen

Das diesen Sommer bei Rindern in der Schweiz festgestellte Shamonda-like Virus wurde erstmals auch bei Pferden nachgewiesen. Ob das Virus für die zuletzt vermehrt beobachteten neurologischen Erkrankungen bei Pferden verantwortlich ist, wird derzeit untersucht.

Seit Ende Juli wurden in verschiedenen Regionen der Schweiz vermehrt Pferde mit neurologischen Symptomen gemeldet. Untersuchungen des Instituts für Virologie und Immunologie (IVI) und der Vetsuisse-Fakultät konnten nun bei zwei verstorbenen Pferden das Shamonda-like Virus im Hirngewebe nachweisen. Es handelt sich um den ersten bekannten Nachweis dieses Virus bei Pferden in Europa.

Noch ist unklar, welche Rolle das Virus bei den aktuell gemeldeten Erkrankungsfällen spielt. Ein zuverlässiger Test für lebende Pferde steht derzeit noch nicht zur Verfügung. Das IVI arbeitet an einer entsprechenden Diagnostik.

Welche Symptome können auftreten?

Bei betroffenen Pferden wurden unter anderem starke Müdigkeit und Teilnahmslosigkeit, Fieber, Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen, Muskelzuckungen sowie eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Berührungen beobachtet. Die Krankheitsverläufe können unterschiedlich schwer sein.

Zeigt ein Pferd neurologische Auffälligkeiten, sollte umgehend eine Tierärztin oder ein Tierarzt kontaktiert werden. Da auch andere Krankheiten ähnliche Symptome verursachen können, ist eine tierärztliche Abklärung wichtig. Die Entdeckung des Shamonda-like Virus erfolgt vor dem Hintergrund der Zirkulation mehrerer Erreger, die bei Pferden neurologische Symptome auslösen können, insbesondere des West-Nil-Virus. Die Differentialdiagnose bleibt daher unerlässlich und kann je nach Kontext das West-Nil-Virus, equine Herpesviren, die Zeckenenzephalitis oder andere infektiöse und nicht-infektiöse Ursachen einschliessen.

Wie schütze ich mein Pferd?

Nach aktuellem Wissensstand wird das Virus durch Gnitzen, kleine blutsaugende Insekten, übertragen. Hinweise auf eine direkte Übertragung von Pferd zu Pferd gibt es derzeit nicht. Es wird empfohlen, die Exposition der Pferde gegenüber Insekten zu reduzieren, indem die Weidezeiten angepasst werden (Morgen- und Abenddämmerung vermeiden), die Pferde geschützt werden (Insektenfallen, Repellentien) und stehende Gewässer in der Nähe der Pferde beseitigt werden.

Nach aktuellem Kenntnisstand gibt es keine Hinweise auf Infektionen beim Menschen. Da zum Shamonda-like Virus bei Pferden bislang jedoch nur wenige Erkenntnisse vorliegen, laufen die Untersuchungen weiter.