Die Ausgangslage nach dem Jagdspringen am Mittwoch war anspruchsvoll: Mit 10,49 Punkten lag die Schweizer Equipe zunächst auf dem 13. Zwischenrang. Bereits am Donnerstag folgte jedoch die starke Reaktion. Mit überzeugenden Runden arbeitete sich das Team auf Rang acht vor und qualifizierte sich damit für das Teamfinale der besten zehn Nationen.
Gestern Abend setzte die Equipe ihre Aufholjagd im vollbesetzten Aachener Hauptstadion fort. Getragen von der eindrücklichen Atmosphäre und vor einer begeisterten Kulisse rückten die Schweizer im Verlauf des Finals immer näher an die Medaillenränge heran. Zwischenzeitlich lag ein Platz auf dem Podest zum Greifen nah.
Steve Guerdat zum dritten Mal ohne Fehler
Einmal mehr eine wichtige Stütze der Equipe waren Steve Guerdat und Dynamix de Belhème. Das Paar meisterte auch den entscheidenden Parcours am Freitag ohne Abwurf und blieb damit zum dritten Mal in Folge fehlerfrei. Drei WM-Runden, drei Nullrunden – eine eindrückliche Serie auf höchstem sportlichem Niveau. Auch die weiteren Schweizer Paare trugen dazu bei, dass die Equipe bis in die Schlussphase im Kampf um die Medaillen blieb.
Podest knapp verpasst – grosses Ziel erreicht
Peter van der Waaij, Equipenchef Springen: «Im Moment fällt es mir noch schwer, mich über den gesicherten Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu freuen. Natürlich war die Olympiaqualifikation eines unserer wichtigen Ziele hier in Aachen, aber wir sind mit höheren sportlichen Ambitionen an diese Weltmeisterschaft gereist. Nach unserer starken Aufholjagd war das Podest heute zum Greifen nah. Entsprechend gross ist unmittelbar nach dem Wettkampf die Enttäuschung, dass es am Ende knapp nicht für eine Medaille gereicht hat. Mit etwas Abstand werden wir aber auch stolz darauf sein können, dass wir das Ticket für Los Angeles gesichert haben.»
So nahe die Medaille zwischenzeitlich war, am Ende fehlte nur wenig zum Podest. Das Bedauern darüber gehört zu diesem Abend – ebenso wie der Stolz auf eine Equipe, die sich nach einem schwierigen Start eindrücklich zurück gekämpft und unter grossem Druck ihre Stärke gezeigt hat.
Die Schweiz hat den Team-Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles auf sicher. Damit ist bereits in Aachen eines der zentralen sportlichen Ziele auf dem Weg zu den nächsten Olympischen Spielen erreicht.
Steve Guerdat konnte sich mit Dynamix de Belhème als einziger Schweizer für das Einzelfinale der besten 25 Paare qualifizieren. Diese Prüfung, welche in zwei Umgängen ausgetragen wird, findet am Sonntag um 14.30 Uhr statt. Die bisher gesammelten Punkten werden mitgenommen.