Nach dem kurzfristigen Ausfall von Charlotta Rogerson und Bonheur de la Vie reiste die Schweiz mit drei Paaren nach Aachen. Damit war von Beginn an klar: Jedes Resultat zählt. Ein Streichresultat stand der Equipe nicht zur Verfügung. Entsprechend anspruchsvoll war die Ausgangslage in einem hochklassig besetzten internationalen Teilnehmerfeld.
Den Schweizer Auftakt machten am Dienstag Estelle Wettstein und Quaterboy. Das eingespielte Duo präsentierte sich im imposanten Hauptstadion von Aachen und erreichte im Grand Prix 67,795 Prozent. Damit steuerte das Paar das erste Resultat zur Schweizer Teamwertung bei.
Am Mittwochvormittag folgten Delia Eggenberger und Santa Maria. Das Paar überzeugte mit ausdrucksstarken Momenten und erzielte 68,742 Prozent – das beste Schweizer Ergebnis im Team.
Den Abschluss für die Schweizer Dressurequipe machten Charlotte Lenherr und Dettori. Das erfahrene Paar zeigte auf der grossen WM-Bühne eine solide Vorstellung und wurde mit 68,261 Prozent bewertet.
Mit einem Gesamtergebnis von 204,798 Punkten klassierte sich die Schweiz auf dem 15. Rang der Teamwertung. Der Weltmeistertitel ging an Gastgeber Deutschland vor Grossbritannien und Dänemark.
«Unser klares Ziel für diese Weltmeisterschaften war, dass jedes Pferd-Reiterin-Paar die bestmögliche Leistung abrufen und den aktuellen Leistungsstand zeigen kann. Besonders wichtig ist mir, dass unsere Athletinnen mit positiver Energie und einem guten Spirit aus Aachen nach Hause reisen. Wir wissen heute, was uns bereits trägt und wo wir uns weiterentwickeln müssen.»
Ruth Haas, Equipenchefin
Für die drei Schweizer Paare endet damit der sportliche Einsatz in Aachen. Für den Grand Prix Spécial qualifizieren sich die besten 30 Paare der Einzelwertung; die Schweizer Athletinnen verpassten den Einzug in die nächste Prüfung.
Damit geht für die Schweizer Dressurequipe eine Weltmeisterschaft zu Ende, die bereits vor dem ersten Start besondere Herausforderungen mit sich brachte. Die drei Schweizer Athletinnen stellten sich gemeinsam mit ihren Pferden dieser Aufgabe und sammelten wertvolle Erfahrungen auf der grössten Bühne des internationalen Dressursports.
«Aachen hat uns einen sehr ehrlichen Vergleich ermöglicht. Wir sehen, wo die Weltspitze heute steht und wo wir uns als Schweizer Dressur aktuell einordnen. Das soll uns nicht entmutigen – im Gegenteil: Es zeigt uns klar die Richtung für die weitere Arbeit. Wir wissen, an welchen Punkten wir ansetzen müssen, und unser Anspruch muss langfristig sein, den Abstand zur internationalen Spitze weiter zu verkleinern.»
Oliver Oelrich, Nationaltrainer
Betreut wurde die Schweizer Equipe in Aachen von Equipenchefin Ruth Haas, Nationaltrainer Oliver Oelrich und Equipentierarzt Christoph Kühnle.