Die Anpassungen basieren auf den Erfahrungen aus der Saison 2026 und den Rückmeldungen aus dem Turniersport. Sie wurden im Austausch zwischen dem Technischen Komitees der einzelnen Disziplinen, den jeweiligen Regionalverbandsvertretern und Fachkommissionen sowie dem Athletenrat erarbeitet und durch die Reglementskommission sowie den Vorstand von Swiss Equestrian gutgeheissen.
Was ändert sich ab 2027?
- Neues Veranstalterkontingent: Veranstalter können im Online-Nennsystem einen Teil der Startplätze gezielt für bestimmte Gruppen reservieren, beispielsweise für Mitglieder des eigenen Reitvereins, Teilnehmende aus der Region oder Helfende. Diese Startplätze laufen unter der Bezeichnung «Veranstalterkontingent». Mindestens die Hälfte aller Startplätze muss jedoch im sogenannten «öffentlichen Kontingent» für alle offen bleiben. Die Möglichkeit des Einsatzes der bisherigen Veranstalterplätze mit manueller Eingabe durch das Veranstaltersekretariat bleibt weiterhin bestehen.
- Wer sich spät anmeldet, bezahlt mehr: Für Nennungen ab Montag in der Woche vor der Turnierwoche fällt ein Zuschlag an. Dieser beträgt CHF 5 im Springen, in der Dressur und Para-Dressur sowie CHF 20 im Eventing. Wer sich früher anmeldet, bezahlt weiterhin das reguläre Nenngeld.
- Ein fester Anmeldestart im Springen: Die Anmeldung für Springturniere öffnet neu grundsätzlich vier Wochen vor der Veranstaltungswoche, jeweils am Montag um 21 Uhr. So wissen alle Teilnehmenden im Voraus, wann sie sich anmelden können. Begründete Ausnahmen sind auf Gesuch hin möglich.
- Veranstalter können neu gut ersichtlich in der Ausschreibung ein Ende der Nennphase festlegen: Neu kann bereits in der Ausschreibung angegeben werden, bis wann Nennungen möglich sind. Es ist möglich, unterschiedliche Daten für die zwei verschiedenen Kontingente einzusetzen. Fehlt eine solche Angabe, können sich Teilnehmende weiterhin bis um 16 Uhr am Vortag der Prüfung anmelden. Änderungen von Reiter-Pferd-Paarungen sind online grundsätzlich bis zu diesem Zeitpunkt möglich.
- Keine kurzfristige starke Erhöhung der Startplätze: Sobald der Zuschlag für späte Nennungen gilt, dürfen Veranstalter die Gesamtzahl der angebotenen Startplätze um höchstens 20 % erhöhen. Damit soll verhindert werden, dass Startplätze bewusst erst kurz vor dem Turnier freigegeben werden, wenn die Anmeldung mehr kostet.
- Springen : die maximal erlaubte Anzahl Startende (inkl. Hors Concours Ritte) pro Prüfung ist auf 90 Reiter:innen beschränkt. Prüfungen mit mehr Nennungen müssen zwingend in zwei oder mehrere Serien aufgeteilt werden.
Für die Disziplinen Fahren, Endurance und Voltige gibt es keine neuen Vorgaben zum Beginn der Nennphase und keine Zuschläge für späte Nennungen.
Ein Nennsystem, das sich weiterentwickelt
Mit diesen Anpassungen reagiert Swiss Equestrian auf die Erfahrungen aus der ersten Saison. Ziel ist es, die Anmeldung für alle Beteiligten fairer, transparenter und einfacher zu gestalten und gleichzeitig den Veranstaltern genügend Flexibilität zu ermöglichen.
Ein Webinar zu den Anpassungen des Nennsystems ist für Veranstalter und Offizielle geplant. Weitere Informationen dazu werden in Kürze kommuniziert.
Die neuen Bestimmungen treten am 1. Januar 2027 in Kraft.
Aktuelle Reglemente beachten
Alle Startenden sind selbst dafür verantwortlich, die für ihre Disziplin geltenden Reglemente sowie die disziplinübergreifenden Reglemente zu kennen und einzuhalten. Dazu gehört insbesondere, sich vor der Anmeldung über die aktuellen Nennfristen, Zulassungsbedingungen, Gebühren und Möglichkeiten für Änderungen zu informieren. Massgebend sind stets die gültigen Reglemente von Swiss Equestrian sowie die Bestimmungen der jeweiligen Turnierausschreibung.
Die vollständig überarbeiteten Reglemente der Disziplinen Dressur, Para-Dressur und Vierkampf werden Anfang November auf der Webseite von Swiss Equestrian aufgeschaltet.
Im Dezember folgen dann die allenfalls überarbeiteten Richtlinien für Einsteigerprüfungen der einzelnen Disziplinen sowie mögliche Anpassungen aufgrund von Entscheiden der FEI-Generalversammlung, welche Anfang Dezember stattfindet und die als dringlich betrachtet werden.