Mit Herzblut für den Endurance-Sport – Tabea Stäubli-Kobel im Porträt

Endurance ist Teamarbeit – auf und neben der Strecke. Eine, die diesen Sport seit vielen Jahren mitprägt, ist Tabea Stäubli-Kobel. Als langjährig engagierte Persönlichkeit im Endurance-Sport und offizielle Endurance-Steward setzt sie sich mit grosser Leidenschaft für diese Disziplin ein.

Tabea Stäubli-Kobel und Jeanne Lehmann bei der Siegerehrung in Zauggenried im letzten Jahr, als wir als Co-OK-Präsidentinnen allen Beteiligten unseren Dank aussprachen.

Wir haben mit ihr über ihre Motivation, ihre Aufgaben und die besondere Atmosphäre an einem Distanzritt gesprochen.

Tabea, wie bist du zur Endurance gekommen?

Mich hat dieser Sport von Anfang an extrem fasziniert. Zuerst war ich als Betreuerin bei Juniorinnen, Junioren und Elite-Reitern dabei – Strecken nachfahren, Wasser geben, Puls messen, Material organisieren. So bin ich Schritt für Schritt hineingewachsen.

Ich habe aber nicht nur als Betreuerin unterstützt, sondern auch eigene Pferde zur Verfügung gestellt: Mein Pferd Partiba ritt die Juniorin Jeanne Lehmann (damals noch Brefin), später stellte ich auch meine Stute Sissi der Reiterin Elin Wyder zur Verfügung. Als Betreuerin war ich selbstverständlich für die beiden, aber auch für viele andere Reiterinnen und Reiter unterwegs.

Endurance ist vielseitig, anspruchsvoll und emotional – genau das begeistert mich.

Du bist heute offizielle Steward im Endurance. Was bedeutet das für dich?

Als Steward trage ich Verantwortung für die Einhaltung der Reglemente und für Fairness im Sport. Man ist nahe am Geschehen, beobachtet Abläufe und achtet darauf, dass alles korrekt und im Sinne des Pferdewohls abläuft.

Ich habe im Laufe der Jahre aber auch organisatorisch fast alles gemacht: Festwirtschaft, Sponsoring, Bewilligungen einholen, Pressearbeit sowie Aufbau und Abbau der Infrastruktur. Ich war zudem schon mehrfach OK-Präsidentin eines Distanzrittes und auch einfach Mitglied im Organisationskomitee. Am Veranstaltungstag selbst helfe ich überall dort, wo Unterstützung gebraucht wird.

Was motiviert dich, immer wieder dabei zu sein?

Der Aufwand ist gross – organisatorisch wie auch zeitlich. Was mich motiviert, sind die Menschen und die Emotionen. Ein Endurance-Ritt bleibt in Erinnerung. Noch Jahre später sprechen Reiterinnen und Reiter über einzelne Momente, besondere Wetterbedingungen oder bewegende Zieleinläufe.

Als Helferin trägt man dazu bei, dass genau diese Erinnerungen entstehen können. Das ist etwas sehr Wertvolles.

Was wird häufig unterschätzt?

Ganz klar der organisatorische Aufwand im Hintergrund. Bewilligungen, Streckenplanung, Absprachen mit Behörden, Sicherheitskonzepte – all das braucht enorm viel Zeit und Verantwortung.

Auch finanziell ist es anspruchsvoll: Richter, Tierärzte, Infrastruktur und Absicherungen verursachen hohe Kosten. Für eine Randsportart ist es eine grosse Herausforderung, genügend Unterstützung zu finden.

Was macht die Stimmung bei einem Distanzritt so besonders?

Von aussen wirkt es manchmal chaotisch. Wer genauer hinschaut, erkennt jedoch eine sehr strukturierte und gleichzeitig ruhige Atmosphäre.

Nach dem Ritt sitzen die Teams bei ihren Pferden, versorgen sie, reflektieren gemeinsam das Rennen und Tauschen Erfahrungen aus. Diese Nähe zwischen Menschen und Pferd sowie der starke Teamgeist machen die besondere Stimmung aus.