«Auch Jungs haben ihren Platz im Voltigiersport»
Für Sarah-Nadia verändern sich die Mentalitäten langsam, und immer mehr Jungs entdecken das Voltigieren für sich. Trotzdem hören viele während der Pubertät wieder auf – oft wegen bestehender Vorurteile. «Dieses Thema liegt mir sehr am Herzen. Wir müssen das Voltigieren bei den Jungs besser fördern und ihnen mehr Sichtbarkeit geben.»
Sie betont zudem, dass das internationale Niveau stetig steigt und mehrere junge Schweizer Voltigierer heute grosses Potenzial für die Zukunft zeigen. «Mit Sven und Rémy haben wir zwei sehr starke Voltigierer in der Elite. Bei den Junioren sind auch Lionel und Damian sehr motiviert, sich weiterzuentwickeln.»
Gleichzeitig sei es wichtig zu verstehen, dass sich Jungs körperlich und mental manchmal anders entwickeln als Mädchen.
Damian Schaller – ehrgeiziger Nachwuchs mit grosser Leidenschaft
Damian Schaller verkörpert diese neue Generation im männlichen Voltigiersport perfekt. Als Mitglied des Swiss Equestrian Juniorenkaders Einzel zeichnet er sich durch seinen Ehrgeiz, seinen ständigen Wunsch nach Verbesserung und seine besondere Verbindung zu den Pferden aus.
Am meisten schätzt er am Voltigieren den Teamgedanken: «Man ist nie allein. Selbst im Einzel sind immer das Pferd und die Longenführung dabei. Besonders gefällt mir das Vertrauen, das man gegenseitig aufbauen kann.»
Für Damian steht genau dieses Vertrauen im Zentrum des Sports. Mit seiner Stute Miss Callas DMH hat er eine Beziehung aufgebaut, die auf Respekt, Geduld und gegenseitigem Verständnis basiert. Sein Umfeld hebt besonders seine Reife und seinen respektvollen Umgang mit dem Pferd hervor.
«Das Pferd steht immer an erster Stelle. Selbst wenn ein Training auf dem Pferd durch Athletik- oder Mentaltraining ersetzt wird, damit das Pferd sich erholen kann, versteht Damian das sofort und arbeitet genauso engagiert weiter.»
Der junge Voltigierer verfolgt zudem grosse sportliche Ziele. Er träumt davon, an bedeutenden nationalen und internationalen Wettkämpfen teilzunehmen, ohne dabei die Freude am Sport zu verlieren.
Neben dem Sport hebt Damian auch die menschliche Seite seines Vereins hervor. Er beschreibt die Atmosphäre mit seiner Trainerin und dem Team als offen und unterstützend. «Ich kann über alles sprechen. Ohne sie könnte ich mir mein Training nicht vorstellen.»
Jungs ermutigen, den Schritt zu wagen
Damian weiss, dass viele Jungs noch zögern, mit dem Voltigieren zu beginnen, weil sie Angst vor der Meinung anderer haben. Deshalb möchte er ihnen eine einfache Botschaft mitgeben: «Egal, was andere sagen – geht euren eigenen Weg. Probiert es aus, denn dieser Sport gibt einem etwas Einzigartiges, das man nur schwer beschreiben kann.»
Für ihn hängt die Zukunft des männlichen Voltigiersports auch von den kommenden Generationen ab. «Wir brauchen Jungs, damit sich das Voltigieren weiterentwickeln kann.»
Voltigieren als Lebensschule
Für Sarah-Nadia ist Voltigieren weit mehr als nur Leistungssport – es ist eine echte Lebensschule. «Voltigieren lehrt, Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen. Selbst im Einzel ist es immer ein Teamsport zwischen Voltigierer:innen, dem Pferd und Longenführer:innen.»
In der Gruppe Beluga verfolgt man das Ziel, ein anspruchsvolles und gleichzeitig unterstützendes Umfeld zu schaffen, in dem sich junge Menschen entwickeln, Selbstvertrauen gewinnen und vor allem Freude am Sport haben können.
Gemeinsam mit ihrem Mann, der auf mentale Vorbereitung im Spitzensport spezialisiert ist, begleitet Sarah-Nadia ihre Athlet:innen sowohl sportlich als auch mental. Zusammen gewannen sie unter anderem die Bronzemedaille an den Weltmeisterschaften 2025 im Pas-de-Deux.
«Diese Medaille hat uns bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»