Eva Gautschi: «Die Erinnerungen an das vergangene Jahr motivieren mich»

Vom 12. bis 16. August finden in Kappelen-Lyss erneut die Schweizer Meisterschaften im Springen statt. Den sportlichen Höhepunkt bildet am Sonntag der Final der Elite. Eine Reiterin wird dabei besonders im Fokus stehen: Eva Gautschi, die amtierende Schweizer Meisterin.

Eine Schweizer Meisterschaft ist mit keinem anderen Turnier vergleichbar. Während fünf Tagen trifft sich die ganze Schweizer Springsportfamilie am selben Ort. Die besten Reiterinnen und Reiter des Landes, die Nachwuchstalente, Besitzerinnen und Besitzer, Grooms, Helferinnen und Helfer sowie zahlreiche Pferdesportbegeisterte erleben gemeinsam den Höhepunkt der nationalen Saison.

Eine Erinnerung, die bleibt

Vor einem Jahr schrieben Eva Gautschi und Scotty auf genau diesem Platz eines der schönsten Kapitel ihrer gemeinsamen Geschichte. Mit Nervenstärke, Vertrauen und Entschlossenheit sicherten sie sich den Schweizer Meistertitel.

Wenn Eva Gautschi heute an diesen Tag zurückdenkt, kommt ihr jedoch nicht zuerst die Rangliste in den Sinn. «Ich denke sofort an die Atmosphäre, an die Unterstützung des Publikums und an die Emotionen in diesem Moment. Das war unvergesslich. Und Scotty hat mit mir gekämpft wie ein Löwe.»

Eine neue Austragung – aber dieselbe Haltung

In diesem Jahr kehrt Eva Gautschi als amtierende Schweizer Meisterin nach Kappelen-Lyss zurück. Trotzdem möchte sie die neue Ausgabe als einen Neuanfang betrachten.

An ihrer Herangehensweise ändert der Titel nichts. «Im vergangenen Jahr bin ich ohne Erwartungen an die Meisterschaft gereist. Dieses Jahr werde ich es genau gleich machen.»

Denn bei einer Schweizer Meisterschaft werden die Karten neu gemischt. Die bisherigen Saisonresultate oder das Palmarès spielen in diesem Moment keine Rolle mehr. Über drei Umgänge zählt einzig die Fähigkeit, im entscheidenden Augenblick die beste Leistung abzurufen.

Scotty – ein noch stärkerer Partner

Auch 2026 wird Eva Gautschi mit Scotty an den Start gehen, ihrem bewährten Partner aus dem vergangenen Jahr. Seit dem Titelgewinn hat sich das Paar kontinuierlich weiterentwickelt.

Die Nationenpreise in Vejer de la Frontera und Lissabon sowie die Turniere in Genf, Basel und St. Gallen haben ihre gemeinsame Erfahrung erweitert und ihre Partnerschaft weiter gefestigt. «All diese Erlebnisse haben uns noch enger zusammengeschweisst», erklärt sie.

Auch in der Vorbereitung setzt Eva Gautschi weitgehend auf das, was sich bereits bewährt hat. Im Parcours liegt der Fokus darauf, einen guten Fluss und viel Rhythmus zu bewahren. Zu Hause arbeitet sie mit Scotty vor allem an der Losgelassenheit.

Einen Titel zu bestätigen, ist nie einfach

Der Schweizer Meistertitel gibt Eva Gautschi zusätzliches Selbstvertrauen. Gleichzeitig weiss sie, wie stark die Konkurrenz in diesem Jahr ist. «Natürlich reise ich mit dem Ziel an, erneut auf dem Podest zu stehen. Es wäre das dritte Mal in Folge. Aber es ist eine neue Meisterschaft und alles ist offen. Sehr vieles muss zusammenpassen, damit es ganz nach vorne reicht.»

Aus ihrer Sicht haben derzeit zahlreiche Paare das Potenzial, um den Titel mitzureden. «Man muss über drei Umgänge hinweg Topleistungen zeigen, die Nerven behalten und das Beste aus sich und seinem Pferd herausholen. Im Moment gibt es sehr viele Paare, die dazu in der Lage sind. Deshalb bin ich gespannt, wem es dieses Jahr am besten gelingen wird.»

Mehr als ein Titel – ein einzigartiger Treffpunkt

Die Schweizer Meisterschaften bedeuten weit mehr als eine Medaille. Für Eva Gautschi sind sie vor allem der Ort, an dem die Schweizer Pferdesportgemeinschaft zusammenkommt. «Es sind so viele Menschen dort, die man kennt und mit denen man gemeinsame Erinnerungen verbindet. Alle haben während des ganzen Jahres auf diesen Anlass hingearbeitet und möchten ihr Bestes geben. Genau das macht diese besondere Atmosphäre aus.»

Für die Ausgabe 2026 hat sie einen einfachen Wunsch: «Ich hoffe, dass wir schönen Sport sehen werden. Für Scotty und mich wünsche ich mir vor allem, dass wir die Meisterschaften mit einem guten Gefühl beenden und gesund und munter nach Hause zurückkehren.»