Ein militärischer Werdegang im Dienst des Spitzensports

Schweizer Spitzensportlerinnen und Spitzensportler können ihren Militärdienst in einem auf die Anforderungen des Leistungssports abgestimmten Rahmen absolvieren – von der Rekrutenschule in Magglingen bis hin zum Status als Vertragssoldat im Spitzensport. Entdecken Sie die Erfahrungsberichte junger Reiter sowie von Robin Godel, der bis zu den Olympischen Spielen in Los Angeles 2028 engagiert ist.

In der Schweiz haben Reiterinnen und Reiter auf höchstem Niveau die Möglichkeit, ihren Militärdienst in einem Umfeld zu leisten, das den Anforderungen des Spitzensports gerecht wird. Dieser Weg umfasst drei Etappen: die Rekrutenschule für Spitzensportlerinnen und Spitzensportler, die Wiederholungskurse (kurz WK) sowie – für ausgewählte Athletinnen und Athleten – den Status als Vertragssoldat im Spitzensport.

In diesem Jahr haben wir vier junge Reiter getroffen, die aktuell ihre Rekrutenschule in Magglingen abschliessen. Sie sind nun Soldaten und blicken auf eine bereichernde Erfahrung zurück, die es ihnen ermöglichte, sich weiterhin in ihrer Disziplin weiterzuentwickeln und gleichzeitig von einer klar strukturierten Betreuung zu profitieren. Ruben Bek (Springreiter) hebt insbesondere die gute Organisation hervor: «In den letzten Wochen musste ich Rekrutenschule, Universität und Reiten unter einen Hut bringen. Doch dank der hier eingeräumten Zeit konnte ich weiterhin reiten und mein Studium via Fernunterricht fortsetzen – ohne zusätzliche Belastung.»

Neben der militärischen Ausbildung bietet das Umfeld in Magglingen auch die Möglichkeit, sich mit anderen Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern auszutauschen. Noah Keller (Springreiter) betont: «Ich habe es sehr geschätzt, von anderen Sportlern umgeben zu sein, die uns von ihrem Training erzählt haben. Manchmal waren wir überrascht, wie schwierig und intensiv ihre Vorbereitung ist.»

Bryan Smits (Springreiter) hebt die konkreten Vorteile dieser Unterstützung hervor: «Für mich bringt das sehr viel: Man kann zum Beispiel Kurse über Regeneration, Schlaf usw. besuchen – die Unterstützung ist wirklich spürbar.»

Nach der Rekrutenschule können die Athletinnen und Athleten ihren Weg mit den Wiederholungskursen fortsetzen und sogar eine Bewerbung einreichen, um Vertragssoldat zu werden. Jonas Tiefenauer blickt bereits nach vorne: « Für mich ist klar: Wenn ich die Chance bekomme, mit der Armee weiterzumachen, werde ich sie sehr gerne nutzen. Das Modell mit den Wiederholungskursen und den 130 Tagen ist eine aussergewöhnliche Möglichkeit. Es ist eine riesige Chance, und ich hoffe, das Maximum daraus herausholen zu können. »

Dieser Weg kann bis zum Status als Vertragssoldat im Spitzensport führen, der auf Bewerbung hin und für einen olympischen Zyklus vergeben wird. Dieses Jahr profitieren nur neun Athletinnen und Athleten davon. Robin Godel (Vielseitigkeitsreiter) gehört zu dieser Gruppe und steht bis zu den Olympischen Spielen in Los Angeles 2028 unter Vertrag. Für ihn ist diese Unterstützung entscheidend: «Die Unterstützung der Schweizer Armee spielt für mich eine zentrale Rolle – sowohl dank der Ausbildungen, die ich im Bereich Sportmanagement, Dopingprävention und weiteren sportbezogenen Themen erhalten habe, als auch durch die finanzielle Unterstützung, die mir echte Sicherheit bei der Planung und Führung meiner Karriere gibt.»