Eventing steht als nächste Disziplin im Fokus unserer Serie rund um die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften. Kaum eine andere Disziplin stellt so hohe Anforderungen an Pferd und Reiter. Eine sorgfältige Planung, sowohl in physischer als auch in technischer Hinsicht, ist daher unerlässlich. Wenige Wochen vor der definitiven Selektion setzt das Schweizer Team seine Vorbereitungen mit einem stark individualisierten Ansatz und besonderem Augenmerk auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Pferde fort.
Dominik Burger, Equipenchef Eventing, gibt Einblick in diese entscheidende Phase auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften.
Wie organisiert sich diese besonders wichtige Phase vor der Selektion?
Wir haben die Vorbereitungs- und Trainingsphase von Januar bis April sowie die ersten beiden Wettkampfphasen im April/Mai und Juni inzwischen praktisch abgeschlossen. Als wichtige Station in der dritten Wettkampfphase steht nun noch der CCIO in Avenches Mitte Juli an, nach welchem dann die nominative Selektion der ReiterInnen und Pferde stattfindet. Welches Pferd der jeweiligen ReiterInnen dann definitiv nach Aachen mitkommt, wird relativ kurzfristig entschieden.
Nach jeder Wettkampfphase haben die Pferde Erholungszeit und wir führen intensive Analysen der Leistungen an den jeweiligen Turnieren durch – dies mit der wohl besten Trainer-Staff weltweit notabene...!
Unser Ziel dabei ist es, von Wettkampfphase zu Wettkampfphase eine Leistungssteigerung zu erreichen und gleichzeitig konsequent an den Bereichen zu arbeiten, in denen noch Verbesserungspotenzial besteht.
Welche Arbeitsschwerpunkte stehen derzeit im Vordergrund?
Die Arbeitsschwerpunkte der Pferde und ReiterInnen sind sehr individuell und hängen von den bisherigen Erfahrungen sowie den Stärken und Schwächen eines jeden Paares ab.
Bei den meisten steht derzeit die technische Arbeit im Vordergrund. Dabei muss nach den Erholungsphasen parallel auch die Kondition der Pferde weiterentwickelt werden.
Eigentliche Crosstrainings stehen bei erfahrenen Pferden zum jetzigen Moment in der Regel weniger im Vordergrund, wird doch dieser Aspekt an den jeweiligen Prüfungen abgerufen und kann er auf Championats-Niveau zuhause gar nicht trainiert werden.
Wie bereitet man ein Pferd auf einen so anspruchsvollen Anlass vor?
Wir Menschen sind natürlich top motiviert, an einem Championat teilzunehmen und dort gut abzuschneiden - aber unsere Pferde wissen von all dem nichts…!
Für sie stehen Lebensqualität und der gewohnte Alltag im Vordergrund: Genau dieser Punkt ist auch für uns bei jeder Entscheidung von zentraler Bedeutung … und, wenn wir ihn beachten, schliesslich auch Garant, dass unsere Pferde dann im entscheidenden Moment alles für uns geben!
Worauf werden Sie in den kommenden Wochen besonders achten?
Die Trainings in den einzelnen Teildisziplinen von Eventing müssen nun sehr effizient sein und es wird dabei spezifisch auf jedes einzelne Pferd eingegangen. Auch wird jeglicher vermeidbare Stress unterlassen. Als Beispiele machen wir kein langes Trainingslager und fahren die Trainer nun wenn immer möglich zu den ReiterInnen nach Hause, um lange Transportzeiten für die Pferde zu umgehen.
Dabei ist auch das Monitoring der Gesundheit als zentraler Faktor zu beachten, und last but not least: Der Spass und die Motivation unserer Pferde, aber auch der ReiterInnen und allen anderen Beteiligten!